Warum sind die Ostereier eigentlich bunt?

Ob als Osterschmuck, für die Versteckspiele mit den Kindern oder einfach zum Naschen,  Ostereier sind für viele ein unverzichtbarer Bestandteil zu Ostern. Aber wie kam es eigentlich zu den bunten Ostereiern?

Allgemein gelten Eier als Symbol der Erneuerung und stehen für den Frühlingsbeginn, die Zeit wenn in der Natur alles aufblüht und man in der wärmenden Frühlingssonne die Seele baumeln lassen kann.

Früher wurden während der Fastenzeit keine Eier gegessen. Damit die in der Fastenzeit anfallenden Eier nicht schlecht wurden, musste eine Lösung her um sie haltbar zu machen. Dazu kochte man sie zunächst in Wasser. Um die gekochten aber von den frischen, noch ungekochten Eiern zu unterscheiden zu können, wurden sie eingefärbt oder bunt bemalt. Somit gab es am Ostersonntag verschiedene gefärbte Eier- und ausserdem, schaut es ja auch hübscher aus :)

Eierfärben so wie früher

Zum Färben der Ostereier kann man verschiedene Obst- und Gemüsesorten mit intensiven Farbstoffen verwenden. Je länger die Eier in der Farbe liegen, umso intensiver wird der Farbton.  Nach dem Kochen und Abschrecken der Eier könnt ihr mit beispielsweise mit folgenden Pflanzen einfärben:

Blattspinat: hellgrün
etwa 150 g Spinat zerkleinern und etwa 60 Minuten auf 1 Liter Wasser köcheln lassen

Rote Rüben: rot
wer schon mal rote Rüben verarbeitet hat, weiß natürlich um die Färbekraft dieser Pflanze, 300 g rote Rüben in Scheiben schneiden und mit 1L Wasser etwa 30 Minuten köcheln lassen.

Kurkuma: gelb
Kurkuma schmeckt nicht nur Im Latte sehr lecker, sondern ist auch bekannt dafür, dass er diverses Küchengeschirr gelb einfärbt.  Perfekt also um Ostereier zu färben. Auf 1 Liter Wasser etwa 3-4 Esslöffel Kurkuma verwenden und aufkochen lassen.

Rotkraut: blau/violett
ca 1/3 Rotkraut schneiden und für 30 Minuten in 1 Liter Wasser kochen.

Zwiebelschalen: rotbraun
Einen Topf mit den Zwiebelschalen von etwa 5 großen Zwiebeln füllen und mit 1 Liter etwa 20 köcheln lassen.

Getrocknete Heidelbeeren: blau
etwa 100g getrocknete Heidelbeeren auf 1 Liter Wasser, 20-30 Minuten köcheln lassen

Danach wird das entstandene Kochfarbenwasser etwas abgekühlt, abgeseiht und mit einem Schuss Essig versetzt.  Essig ist wichtig, damit die Farbe besser hält. Die gekochten Eier werden dann in die Farbe eingelegt, am besten über Nacht im Farbsud liegen lassen. Zum Trocknen legt man die Eier dann einfach auf Küchenpapier und poliert sie mit Öl, damit sie auch wirklich schön und festlich glänzen.

Rezept: Fermentierte (lila) Karotten

Fermentierte (Lila) Karotten 

Wer sich mit Fermentation auskennt weiß: fast jedes Gemüse kann fermentiert werden und dadurch nicht nur länger haltbar gemacht werden, sondern oft einzigartig weiterverarbeitet werden. Sauerkraut kennt fast jeder, aber auch anderes Gemüse kann durch denselben Prozess fermentiert werden: Lacto-Fermentation. Keine Angst, das hat nichts mit Milch zu tun, denn es geht bei der Lactofermentation vor allem um eine spezielle Art von Bakterien und um Salz! Das Gemüse wird in einer Salzlake langsam fermentiert, bei diesem Prozess vermehren sich die Lacto-Bakterien, die dem Gemüse den einzigartigen Geschmack geben. Der Fantasie sind beim Fermentieren übrigens keine Grenzen gesetzt: Ingwer, Gewürze auch Süßungsmittel (in geringen Mengen) wie Honig funktionieren gut in deinem Ferment. Hier ist unser Basisrezept für fermentierte Karotten.

Zutaten

500g Karotten
1 TL Fenchelsamen
1 TL Senfsamen
10 g Salz
1 großes Bügelglas mit Gummieinsatz

Putzt und schneidet die Karotten in dünne Scheiben oder Streifen und gebt sie in eine große Schüssel, bedeckt die Karotten mit  10g Salz (ca. 2% Salz im Verhältnis zum Gewicht des Gemüses) – keine Angst, das Salz wird langsam zersetzt und die Karotten schmecken danach nicht nur salzig. Gebt die Senfsamen und Fenchelsamen dazu und vermengt alles gut.

Tipp: Hier würde auch etwas Ingwer und Kurkuma gut anstelle der Fenchel- und Senfsamen funktionieren.

Nehmt nun ein steriles Bügelglas (am besten ausgekocht oder mit sehr heißem Wasser und ohne Seife gründlich ausgewaschen) und füllt die Karotten in das Glas. Versucht dabei die Karotten eng in das Glas zu packen. Wenn das Glas voll ist, füllt es mit kaltem Wasser auf. Damit sich keine Luft im Glas ansammelt, drückt die Karotten mit sauberen Händen – oder noch besser mit Küchenhandschuhen – unter das Wasser, damit alle großen Luftblasen verschwinden. 

Das Glas ist idealerweise zu 90% angefüllt, ihr könnt die Karotten oben beschweren z.B. mit einem Kohlblatt oder einem extra Gewicht.

Jetzt müsst ihr warten: mindestens 1 Woche, je nach Geschmack bis zu drei Wochen müssen die Karotten bei Raumtemperatur (nicht über 25°C) fermentieren. Besonders am Anfang solltet ihr die Karotten zwei Mal am Tag öffnen, denn bei der Fermentation entsteht viel Gas, das einen hohen Druck auf das Glas ausüben kann. Damit keine unnötigen Bakterien oder Schimmelsporen in das Glas kommen, solltet ihr aber wirklich nur kurz und vorsichtig das Gas entlassen und dann das Glas wieder gut verschließen.

Sollte sich Schimmel bilden, sollte man immer lieber vorsichtig sein und das Ferment entsorgen. Wenn man sauber arbeitet und vorsichtig ist, hat man nach einigen Tagen ein tolles Ferment und kann viele spannende neue Gemüsevariationen ausprobieren! 

Wenn das Ferment fertig ist, könnt ihr es bis zu 3 Monate im Kühlschrank aufbewahren, achtet dabei darauf, dass ihr immer nur mit sauberen Besteck in das Glas geht um Schimmel zu vermeiden.